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Fahrradfahren

"Fuß!" im Siedlungsbereich

 

Besonders geeignet ist das Fahrrad, um Hunde in angemessenem Tempo zu begleiten.

 

Angeleint bei Fuß neben Straßen

 

Den Hund an der Leine neben dem Fahrrad führen

Eine gemütliche Art, Hunde in angemessenem Tempo auszuführen, ist das Fahrradfahren mit den nebenherlaufenden Tieren. Im Straßenverkehr sollten die Hunde angeleint sein. Dringende Voraussetzung dafür ist, dass an der Leine nicht gezerrt wird und dass die Hunde kontinuierlich laufen, ohne zur Seite zu hüpfen. Vor allem junge Rüden, die jede Duftmarke anderer Rüden übermarkieren möchten, reißen einen Fahrradfahrer leicht um, wenn dieser nicht geistesgegenwärtig den Hund durchpariert oder zumindest zum eigenen Schutz die Leine wegwirft. Den Hund das Fahrrad ziehen zu lassen ist eine gefährliche Angelegenheit. Einerseits kann das auf ruhigen Strecken Spaß machen und den Hund gut abreagieren, andererseits ist es aber schwer, den Hund in einer kritischen Situation zum Nicht-Ziehen zu bewegen und unter Kontrolle zu behalten. Besser ist es, man trainiert mit durchhängender Leine. Voraussetzung dafür ist, dass der Hund das bei Fuß oder wenigstens das an der Leine Gehen ohne zu ziehen sicher beherrscht. Wenn mein damals 1-jähriger Hund Aron anfing, an der Leine immer stärker zu ziehen, hielt ich an, rief beide Hunde mit "Fuß!" neben mich und setze die Fahrt ruhig mit durchhängender Leine fort. Man muss einen jungen Hund immer wieder korrigieren. Das gilt besonders in Momenten, in denen man anderen Hunden oder Menschen begegenet. Ich habe anfangs auf geeignete Uhrzeiten und Strecken geachtet, um möglichst ungestört mit den Hunden üben zu können. Auf der Fahrbahn führe ich meine Hunde nur in Ausnahmefällen, wenn an einer Landstraße kein Fuß- oder Fahrradweg vorhanden ist. Dann gehen die Hunde rechts vom Rad. Ist ein Gehweg vorhanden, steige ich lieber ab und gehe eine Weile zu Fuß, als mich mit den Hunden unmittelbar neben den fahrenden Autos zu bewegen.

 

Aron rennt vor

 

Den unangeleinten Hund mit dem Fahrrad begleiten

Am fröhlichsten ist der Hund natürlich, der ungezwungen und unangeleint weit voraus und neben dem Fahrrad laufen darf. Wenn Sie Feld- und Forstwege oder Fahrradwege benutzen, auf denen es die Verkehrssituation zulässt und sich der Hund sicher heranrufen und stoppen lässt, sollten Sie dem Hund die Freiheit gönnen.

Gerät er unmittelbar vor Ihr Rad, fahren Sie ihn bewusst leicht an, stark genug, dass er es als unangenehm empfindet, aber sachte genug, um ihn nicht zu verängstigen oder gar zu verletzen. Er wird es sich schnell abgewöhnen, Ihnen oder anderen Radlern in die Quere zu kommen.

 

Auf dem Bürgersteig

 

Hilfsmittel in der Hunde-Erziehung

Gesellschaftlich akzeptierte Hilfsmittel sind Halsband und Leine. Je nach Schärfe eines Stachelhalsbandes kann ein Ruck an der Leine grausame Folgen haben: Tierärzte bekamen schon Hund mit zerstochener Luftröhre auf den OP-Tisch! In der jagdlichen Ausbildung wird oft ein E-Schockgerät (Teletakt-Gerät) eingesetzt, um den Hund zum Platz-Halten zu zwingen, der gerade auf einer Kaninchenfährte durchgehen will, statt der Spur zu folgen, auf die er gehört. Auch das kann grausam sein, je nachdem, wie hoch die Spannung eingestellt ist, die der Hund dann am Hals spürt. Darüber kann sich normalerweise jedoch niemand aufregen, weil es keiner sieht. Wenn man wie ich dagegen mit Reitgerte einen Junghund am Fahrrad führt, bekommt man schnell Tierquälerei vorgeworfen. Deshalb schnell noch eine Ausführung, wozu mir die Gerte in der Hundeerziehung dient. Im Prinzip wird sie genauso wie beim Pferd eingesetzt, also nur im Notfall und auch da so schonend wie möglich. Sie ermöglicht es mir, beim Fahrradfahren mit Hund schon früh auf die Leine zu verzichten. Einerseits dient sie als Zeigestock beim Richtungsweisen. Andererseits ermöglicht sie das spontane Eingreifen, wenn ein frei am Fahrrad gehender Hund plötzlich etwas anfängt, was er nicht darf. Will beispielsweise ein bei Fuß am Fahrrad gehender Hund den Durchmarsch an mir vorbei nach vorne machen, schlage ich die Gerte gezielt und heftig vor ihm auf den Boden, dass es nur soll knallt. Der Hund erinnert sich schnell an mein "Fuß!", das ich jetzt noch einmal mit tiefer Stimme sage. Stört ihn das noch nicht, wird er mit einem spürbaren, aber ungefährlichen Schlag auf das dicke Fell eingefangen (Wirkungsschwelle!). Auch in dieser Situation wirkt der Schreck, nicht der Schmerz. Später genügt es, die Gerte im richtigen Moment zu zeigen.

"Stopp, Straße!" wird dem Junghund am Straßenrand schon nicht mehr gesagt. Er weiß, wo er zu stoppen hat. Betritt er doch einmal ohne Befehl die Fahrbahn, ahnde ich dies hart: Er bekommt einen spürbaren Hieb mit der Gerte von vorne gegen die Brust. Ein solcher Fall kam bei meiner Gladess in den gesamten elf Jahren genau zweimal vor, bei meinem Aron bis jetzt einmal. Glauben Sie mir: so etwas wirkt. Mit dem Straßenverkehr ist nicht zu spaßen! Diese Schreckeinwirkung sollte unbedingt (und wenn möglich nur) in ungefährlichen Testsituationen vorkommen, da es möglich ist, dass der Hund in diesem Moment erst recht ausweichend auf die Straße springt! Ich habe mich einmal von selbst ernannten "Tierfreunden" böse der Tierquälerei bezichtigen lassen für einen solchen Hieb, den diese Leute überhaupt nicht begreifen konnten. Meine Argumente wurden dann gar nicht erst gehört: Eine erzieherisch wirkungsvolle Schreckeinwirkung in diesem Test-Moment kann den Unfalltod des Hundes in einer anderen Situation vermeiden! Statt dessen bekommt man Zynismus und Spaß am Tiere Quälen vorgeworfen, begleitet von Kommentaren wie: "Da war doch gar kein Auto!" oder: "Er wollte doch nur meinen Hund begrüßen!".

Wir müssen uns immer vergegenwärtigen, dass ein Hund keine uns logisch erscheinenden Zusammenhänge begreift. Wir können einem Hund nichts vom Bremsweg schwerer Fahrzeuge erzählen. Aussagen wie "mein Hund versteht jedes Wort", sind immer Wunschträume. Er versteht die Worte, die für ihn wiederholt relevant waren und nicht mehr. Ein Hund versteht nicht, dass ihm die Autos weh tun können, bevor er es erfahren hat. Aber dann ist es vielleicht schon zu spät. Deshalb wird das eigenmächtige Betreten der Fahrbahn grundsätzlich verboten. Die Erfahrung "Fahrbahn alleine betreten ist schrecklich unangenehm" prägt sich bei allen Hunden schnell ein. Am sichersten ist es, ihnen dies von klein auf zu erklären, so dass sie sich nicht an Situationen erinnern können, wo sie nach eigenmächtigem Fahrbahnüberqueren Spaß hatten. Sonst muss extrem viel und hart geübt werden, um dem Hund genügend Respekt vor der Fahrbahn zu vermitteln.

Es ist durchaus sinnvoll, dem Junghund Fallen zu stellen, um ihn zu testen. Ich habe ein Familienmitglied auf die andere Fahrbahnseite bestellt und meinen Hund rufen lassen. Selbst jetzt durfte er die Bürgersteigkante ohne mich nicht übertreten. In meiner Begleitung auf der anderen Seite angekommen, war ihm dagegen eine freudige Begrüßung sicher.

 

"Stopp an der Straße!" gilt auch ohne Befehl

 

Spannende Momente sind Straßenüberquerungen. Wenn Sie Ihrem Hund im Schritt-Tempo ohne Fahrrad beigebracht haben, an der Bordsteinkante anzuhalten oder sich zu setzen, so mag das zu Fuß zwar sicher funktionieren, doch haben Sie auf dem Fahrrad nicht unbedingt von vornherein die gleiche Autorität. Zudem bewegen Sie den Hund jetzt mit erheblich höherer Geschwindigkeit auf den Bordstein zu. Er darf ihn trotzdem nicht übersehen.

 

Mit "Fuß!" über die Straße

 

Üben Sie zu verkehrsarmen Zeiten in ruhigen Gegenden mit und ohne Leine. Ihr Hund hat auch am Fahrrad darauf zu warten, dass Sie im das Betreten der Straße ausdrücklich aufgeben.

 

So ist's recht

 

"Über die Straße voran" bedeutet für meine Hunde, dass sie nun loslaufen dürfen. Noch strenger und sicherer ist es, immer "Fuß!" zu verlangen. Setzen Sie es akurat und streng durch. Die Erziehung im Straßenverkehr ist auf jeden Fall lebenswichtig für Ihren Hund! Mein übermütiger Junghund Aron musste mehrmals scharf zurechtgewiesen werden, bis er am Fahrrad trotz Ablenkung durch andere Hunde ordentlich bei Fuß ging. Mir hat in solchen Situationen die alte Reitgerte gute Dienste erwiesen. Nicht nur, weil man die zuweilen erforderliche Schreckeinwirkung durch sie gut dosierbar, d. h. wirksam aber ungefährlich hält, sondern vor allem durch die verlängerte Reichweite, die den Hund beeindruckt. Respekt ist auch am Fahrrad wichtig.

 
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