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05.12.04 -- Thorsten S.

Zweiter Advent!














Die Weihnachtszeit naht. Mandelduft und der Geruch von Glühwein ziehen durch die Straßen und über die Marktplätze. Alle Menschen scheinen jeden Tag etwas bewußter zu erleben und das “Jetzt” intensiver aufzunehmen. Zumindest hegen viele diesen Wunsch. Es fast so, als würde man versuchen den Augenblick in die Länge zu ziehen.
Welches Gefühl wir dabei haben ist nicht zu greifen oder zu erklären. Trotzdem kommt es jedes Jahr immer um die gleiche Zeit wieder. Vielleicht ist es gut so, daß wir es nicht erklären können. Sonst hätte ich Angst das wir dieses kollektive “sich bewußt werden” verlieren und damit auch einen Teil des Zaubers der Weihnachtszeit. Hoffen wir also, daß wir es nie erklären werden können.

Ein bischen schwingt, da sicher auch die Hoffnung mit, daß es den Weihnachtsmann doch gibt. Als Kind haben wir doch gerne an ihn geglaubt oder? Und heute wünschen sich viele Menschen, daß er auf einmal aus dem Nichts auftaucht und unseren Verstand eines Besseren belehrt.

Es muß doch etwas geben, etwas existieren....Ist das Leben wirklich so, wie es jeden Tag in den Nachrichten zu sehen ist? Ist es wirklich so Trist und so Einsilbrig? So unnötig brutal und entwürdigend? So manches Mal sehnen wir uns nichts sehnlicher als die “Rückkehr des Weihnachtsmanns”. Einen “Terminator mit Rauschebart, der alles Böse hinfortfegt

Viele Menschen haben diesen negativen Lebenstakt so verinnerlicht, das jedes Leid, egal welches Leid, mit dem Gleichmut hingenommen wird wie eine Gazelle den Todesbiß des Löwen hinnimmt.

Ein verhungertes Kind irgendwo in Afrika - “Afrika? Wo liegt das noch gleich?” -ein totes Tier am Straßenrand, ein mißhandeltes Tier. Die Bilder gleichen. Stumpfen uns und unsere Seele ab. So sehr, daß wir nicht einmal mehr unser eigenes Leid warnehmen. Den Hilferuf unserer Seele: "Laß es nicht geschehen, tu endlich etwas!" Aber eine lange Zeit im Jahr sind wir blind und taub für unsere Seele und schon lange für die Seelen anderer. Außer in der Weihnachtszeit. Dann ist alles anders. zumindest in den vier Wochen.

Es ist aber auch eine Zeit der Abrechnung. Des Abwägens, das Für und Wider unserer eigenen Existenz. Wenn Du Abends alleine im Bett liegst oder in den Badezimmerspiegel schaust wird abgerechnet. Nicht igend Jemand Anderes der mit Dir abrechnet oder Dich beurteilt, wie Dein Chef in der Firma, nein, auch nicht dein Lebenspartner, der Dir ja doch nicht so richtig sagen kann was Du falsch machst, denn häufig verstehen wir es total falsch wenn der uns scheinbar nächste Mensch unsere Fehler und Mängel erkennt.

Nein, derjenige der dann mit Dir “abrechnet” ist wesentlich gnadenloser. Es bist Du selbst, Dein Gewissen. Das Gewisssen, was Dir aufzählt wovon Du Dein Leben lang geträumt hast und welche Träume Du davon lebst oder schon gelebt hast. Aber vor allem: “ Welche noch nicht!”

Vorzugsweise kommen wir auf diese Gedanken, wenn sich das Jahr dem Ende nähert. Zur Weihnachtszeit, die dann, wohl eher zufällig, auf den gleichen Monat fällt. Wieder ein Jahr weg! Rumms!
"Aber ab sofort werde ich mein Leben ändern. Ich nehme ab, ich nehme zu, mache Sport, spende dem Tierheim, dem Kinderhort, nehme mir Zeit für meine Kinder, meine Umwelt, meine Freunde...", unglaublich viele und unglaubliche Vorsätze machen da die Runde. Denn auf einmal haben wir Angst, das unser Leben zu schnell vorbei ist und wir auf dem Sterbebett liegen und uns “totärgern” könnten wegen der verpaßten Gelegenheiten. Tja, und dann steht eines Tages auf dem Grabstein: “Mit 25 gestorben, mit 75 beerdigt. Ungebraucht zurück!”

Weihnachten wird so für viele Menschen letztlich nur das Fest der verpaßten Gelegenheiten. Irgendwann haben wir nicht mehr die Kraft und vor allem nicht mehr den Mut aus unserem Trott auszubrechen und unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. Selber zu leben, statt gelebt zu werden. Stattdessen vegetieren wir wie eine Eiche auf dem Fleck, einen Ort den meist Andere für uns bestimmt haben. Nur gibt es einen großen Unterschied zwischen uns und einer Eiche. Wir müssen nicht am gleichen Ort bleiben. Wir können unseren Standort ständig selbst bestimmen. Sonst wären wir doch ein Baum, oder? Wir können eigenständig entscheiden ob wir uns dem Sturm des Lebens stellen oder unter ein Dach flüchten. Ein Dach welches wir uns im Laufe der Jahre aus den verschiedensten Baustoffen selbst zurechtgezimmert haben: “Gleichmut, Ängste, Selbstzweifel, Selbstverleugnung.” Verschiedenste Baustoffe, geliehen und gestohlen von anderen Baustellen, defektes Material, zu oft benutzt, und darum ist dieses Dach auch undicht und es regnet häufig durch.

Manchmal aber bricht auch ein Sonnenstrahl hindurch. Das sind dann Phasen, in denen wir uns vornehmen unser Leben mit demselbigen auszufüllen. Und den Baustoffen die dafür benötigt werden: “Selbstbewußtsein, Mut, Kraft, Geschicklichkeit, Weisheit.” Vorwiegend geschieht das zur Weihnachtszeit.

Nun, was das ganze mit dem Weihnachtsfest zu tun hat? Nicht viel. Mehr mit dem Weihnachtsmann, oder dem Gefühl das wir im Bauch haben, wenn wir an ihn denken, Abends, allein “unter der Bettdecke mit unseren Wünschen”.
Wenn wir dafür sorgen unser eigenes Leid zu erkennen, unsere Komplexe zu besiegen, dann werden wir binnen kürzester Zeit den größten Teil aller Ungerechtigkeiten auf dieser Welt tilgen. Können selber ein Weihnachtsmann für andere werden. Jemand werden an den es sich lohnt zu glauben. Dazu müssen wir aber die Pfade finden, die andere nicht gegangen sind, weil sie die nicht gehen können.

Unsere eigenen Pfade und Wege!

Ich wünsche Euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit.
Thorsten
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