Hunde.com Startseite Das neue Hundeforum - jetzt anmelden!
Google
   Home - Hunderassen - Züchter - Urlaub - Magazin (Archiv) - Kleine Hundeschule - Belana's Tagebuch - Gästebuch - Hundeforum (Archiv) - Impressum




20.08.06 -- Gaby und Friends

RE: Lassie - Mythos und Wahrheit@Gudrun














Hallo Gudrun,

es ging mir nicht speziell um unsere eigenen Hunde, sondern um die Erfahrungen, die ich bisher mit beiden Geschlechtern gemacht habe. Ich habe auch geschrieben, es gibt immer Ausnahmen und es ist sicher auch abhängig von der Rasse.
Und es ging mir darum, den Unterschied zwischen Rüden und Hündinnen aufzuzeigen, nicht darum, einzelne Hunde herauszupicken. Die Beschreibung meiner eigenen Hunde dient lediglich dem Beispiel.

Der Mythos, Lassie wäre eine Hündin gewesen, sitzt fest in den Köpfen der Menschen. Hier geht es ja auch um die Rasse Collie im besonderen.

Aber völlig unabhängig davon:
Interessant ist, daß z.B. im öffentlichen Bereich wie bei Polizei oder Bundeswehr vorrangig Rüden zum Einsatz kommen.
Hündinnen werden kaum eingesetzt. Ebenso ist das sehr häufig bei Film und Fernsehen der Fall.
Meines Erachtens lassen sich Rüden wesentlich leichter unterordnen als Hündinnen. Das zeigt mir nicht nur meine eigene Erfahrung mit meinen jetzigen und früheren Hunden, sondern auch meine Beobachtungen im täglichen Umgang mit anderen Hunden. Gerade hier an der Isar mit zig Hunden erlebe ich, wie sich die Geschlechter begegnen. Genauso lässt sich das Verhalten zwischen Hund und Herrchen / Frauchen gut studieren.
Wie gesagt, Ausnahmen bestätigen in jedem Fall die Regel.

Daß Hündinnen oft kompromissloser im Rudelverhalten als Rüden sind, kann man wohl nicht abstreiten. So habe ich, zum Beispiel, wesentlich öfter bei Raufereien zwischen Hündinnen Verletzungen erlebt als bei Rüden. Wie Du aus dem Buch von Bloch zitiert hast: weibliche Caniden erreichen wesentlich früher die mentale Reife.
Sicher zählt hier auch als Hintergrund der Instinkt zur Fortpflanzung und der Erhaltung der eigenen Art.
Das erklärt auch ansatzweise, warum die "Mädels" viel eher ein ausgeprägtes Eigenleben entwickeln. Hier liegt es ganz klar an uns "Rudelführern", dieses Eigenleben in vernünftige Bahnen zu lenken. Sei es nun durch unsere eigene mentale Stärke oder eben durch fundierte Hilfe (Hundeschule) von aussen. (gilt natürlich auch für Rüden, nicht, daß nun jemand glaubt, die Burschen hätten keine Erziehung nötig!!)

Basil ist sicher noch nicht ganz ausgereift, da hast Du Recht. Allerdings gehe ich nicht davon aus, daß er sich im Wesen noch großartig verändern wird, auch wenn er hier im Rudel mit Charlene zusammenlebt.
Genau das gleiche Verhalten habe ich mit meinen anderen Rüden erlebt. Sie waren allesamt souveräne Hunde mit viel Bewegungsdrang.
Selbst Jacko, der Husky-Mix, mit dem ich groß geworden bin, zeigte ein völlig normales Rüdenverhalten. Er war zwar der einzige, der seine Souveränität auch mal mit kleinen Rangeleien ausgetragen hat, aber niemals mit ernsthaften Verletzungen.
Mike, mein erster Collie, zeigte keinerlei Aggressivität gegenüber anderen Hunden. Er hat sich bestenfalls verteidigt, wenn er angegriffen wurde, und das ist ja auch sein gutes Recht. Leider waren damals solche Begriffe wie Agility oder Kopfarbeit noch kein Thema, und ich befürchte, er war mit stundenlangen Ausritten oder auch weite Radtouren manchmal noch zu wenig ausgelastet.
Bei den ersten beiden Rüden, die in unserer Familie lebten, gab es weder zwischen ihnen noch mit Fremdhunden großartige Probleme. Hier handelte es sich um einen Münsterländer und einen Doggen-Pointermix. Und genauso ging es damals mit den Diensthunden meines Großvaters.

Ganz anders dagegen Bärli, die Schnautzermix-Dame, die ich gemeinsam mit Mike bei mir hatte. Sie hatte mit fremden Hunden nicht viel am Hut. Kam ihr allerdings ein einzelner zu Nahe, konnte sie sehr wohl sehr schnell zickig werden. Dieses Verhalten beobachte ich ebenfalls häufig bei Charlene und anderen Hündinnen.
Im Gehorsam verhielt sich Bärli ähnlich wie Charlene: ich mußte ihr oft mehrfach sagen, was sie zu tun hat. Sie hat meine Autorität wesentlich häufiger in Frage gestellt, als das bei Mike der Fall war.
Genauso gehts mit meinen beiden jetzt: Basil nimmt meine Anordnungen hin und führt sie, seinem Alter entsprechend, fast immer zuverlässig aus. Charlene fragt erst mal nach, ob sie das denn jetzt wirklich machen soll.
Wenn ich dann an die Hunde denke, die ich in der Vergangenheit immer bei mir hatte: es waren vorrangig die Rüden, die ohne großartige Probleme Unterordnung hingenommen haben. Dagegen waren es meist die Hündinnen, die das immer wieder in Frage gestellt haben.

Wie gesagt, es hängt von vielen Kriterien ab, wie zb. Rasse und Alter. Und nicht zuletzt von der eigenen mentalen Einstellung des Besitzers gegenüber dem Hund.

Ich für meinen Teil bin glücklich mit meinen beiden Hunden. Ich schätze jede ihrer Eigenarten und bin froh darüber, daß sich beide in vielen Situationen auch selbst helfen können. Allerdings ist Charlene hier Basil doch eine Collienasenlänge voraus, wenn es um zb. klettern oder schwimmen geht.
Im Umgang mit anderen Hunden ist Basil eindeutig der souveränere. Ebenso beim Zugehen auf fremde Personen. Hier wirkt Charlene mehr als zurückhaltend (liegt aber eher an ihrer Art, und nicht daran, daß sie Hündin ist), Basil dagegen ist jedermann freundlich gesinnt.

Gruß Gaby
Thema: Lassie - Mythos und Wahrheit


 
Copyright 1996-2020 Thomas Beck