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20.09.02 -- Nina

Sanitätshund /Coco














Salut Coco,

vielleicht hast du meinen Beitrag zum Fährten schon gefunden?

ich dachte, vielleicht interessiert die der Sanitätshund auch, so ähnlich wie du beschrieben hast werden die Hunde beim Sani auch aufgebaut.

Also, schaut aus wie folgt:

ahja, "gestohlen" von der HP einer KOllegin, manche Worte wahrscheinlich in 2schwiizerdütsch" vorhanden .-))))

Ausbildung zum Sanitätshund

von Romy Gilli aus der "HUNDEPFOTE"

Gedanken und Tips zur Ausbildung eines Sanitätshundes (Revierarbeit)

Da ich versuche, meinem Hund das Sanitätlen beizubringen, bat mich Bernadette, mal etwas über den Aufbau einer solchen Arbeit für die "HUNDEPFOTE" zu schreiben. Nun, bekanntlich führen verschiedene Wege nach Rom. Auch für die Ausbildung eines Sani-Hundes gibt es diverse Methoden. Nachstehend ein Aufbau, wie er uns beigebracht wurde.

Was wird an einer Sanitätshunde-Prüfung verlangt ?

Zur Sanitätshunde-Prüfung gehören das systematische Suchen nach "verletzten" Personen und einem Gegenstand (meist ein Rucksack) in einem grossen Geländeabschnitt sowie eine Unterordnung mit Übungen, wie sie auch in den anderen Hundesport-Disziplinen vorkommen: also Leinenführigkeit, Freifolge, Voran, Setzen, Legen, Front, Apportieren, Sprünge, Frei Ablegen und Kriechen. Für diese Arbeit braucht es einen Hund mit ausgesprochener Lauffreudigkeit, viel Bringtrieb, Ausdauer, gutem Appell, Wesensfestigkeit, sowie möglichst wenig Jagdtrieb. Auch vom Hundeführer wird eine einigermassen gute Kondition erwartet.

Diese vorgenannten Gedanken und Tips zur Ausbildung eines Sanitätshundes beziehen sich lediglich auf den Sporthundebereich. Man arbeitet ebenfalls nach der PO (Prüfungsordnung) wie für die anderen Klassen, also Begleithund BH I-III, Schutzhund SchH I-III oder Lawinenhund LawH I-III.

Für den Einsatz im Ernstfall, braucht es jedoch noch eine spezielle Ausbildung: Für Rettungshunde (Sanitätshunde) bei der REDOG früher SVKH (Schweiz. Verein f. Katastrophenhunde) und für Lawinenhunde oder Gebirgsflächensuchhunde beim SAC (Schweiz. Alpenclub). Ganz sicher aber bietet die Ausbildung im Sporthundebereich eine gute Basis, wenn jemand seinen Hund später zu einem einsatzfähigen Rettungshund ausbilden möchte. Die Ausbildung ist in verschiedene Schritte unterteilt. Von Beginn an trägt der Hund eine Rotkreuzschabracke, damit Wildhüter und Jäger wissen, dass es sich nicht um einen streunenden Hund handelt.

Grundausbildung, Voraussetzung

Bevor man mit der Ausbildung zum Sanitätshund beginnt, müssen dem Hund alle Grundübungen beigebracht werden, wie sie in einer Begleithundprüfung I verlangt werden. Erst wenn dieser Grundgehorsam sitzt, kann mit dem Aufbau des Sani-Revierens begonnen werden. Bei meiner Methode des Aufbaus setze ich also eine erfolgreich bestandene BH I-Prüfung voraus.

1. Schritt des Sani-Revierens

Irgendwie muss der Hundeführer (HF) dem Hund beibringen, dass er sich von ihm löst und zu einem Figuranten, welcher eine verletzte Person mimt, rennt. Dazu braucht es Hilfspersonen, die den Hund anziehen. Der HF stellt sich mit seinem Hund auf einen Waldweg und markiert den Ausgangspunkt. Ein Helfer, der den Hund kennt, entfernt sich in rascher Gangart vom HF, ca. 80-100 m dem Weg entlang. Während dieser Zeit ermuntert der HF seinen Hund, den Helfer ja nicht aus den Augen zu verlieren. Danach dreht sich der Helfer um und ruft den Hund bei dessen Namen. Gleichzeitig gibt der HF das Kommando "gang zum Maa" und lässt ihn starten. Der Helfer sitzt jetzt auf dem Boden und wartet, bis der Hund bei ihm ist. Der Helfer lobt und streichelt den Hund und belohnt ihn mit einem Leckerbissen. All dies darf nicht zu schnell geschehen. Der Hund soll ruhig warten und beobachten. Ist die Belohnung vorbei, ruft der HF seinen Hund zurück und lobt ihn ebenfalls. Dies muss auf beide Seiten geübt werden. Wenn der Hund sich gut löst und beim Helfer bleibt, bis ihn der HF zurückruft, kann zum nächsten Schritt übergegangen werden.

2. Schritt: Die Einwirkung der Helfer wird reduziert

Der Hund hat gemerkt, dass er jedesmal, wenn er zur Hilfsperson rennt, eine Belohnung erhält und gelobt wird. Der Anreiz zur Hilfsperson zu rennen, ist jetzt so gross, dass die Einwirkung der Helfer langsam reduziert werden kann. HF und Hund stehen wieder auf dem Ausgangspunkt. Der Helfer steht ca. 80 m weiter entfernt auf dem Weg. Nun ruft er den Hund beim Namen und beobachtet, ob der Hund ihn bemerkt hat. Ist dies der Fall, verschwindet der Helfer ca. 20 m in den Wald hinein und setzt sich nieder. Der HF spricht die ganze Zeit mit seinem Hund und macht ihn auf den Helfer aufmerksam: "Wo isch de Maa?". Danach lässt der HF den Hund los mit dem Kommando: "Suech de Maa". Der Hund wird nun den Helfer suchen vom Punkt aus, wo er ihn zum letzten Mal gesehen hat. Ist der Hund bei der Hilfsperson angelangt, macht diese wieder das gleiche Spiel wie unter Punkt 1. Der Hund wird gelobt, gestreichelt und der Helfer sucht nach der Belohnung. Der HF beobachtet ihn ebenfalls. Natürlich wird wieder beidseitig mit verschiedenen Distanzen geübt.

3. Schritt: Der Hund sieht den Helfer nicht mehr verschwinden

Die Einwirkung der Helfer wird weiter reduziert. Während der Hund auf der zweiten Stufe noch aus der Ferne beobachten konnte, wohin die Hilfsperson verschwindet, fällt diese Hilfe nun weg. HF und Hund sind wieder auf dem Ausgangspunkt. Der Helfer befindet sich bereits im Wald, ohne dass ihn der Hund gesehen hat, und zwar auf der gleichen Distanz, wie bisher geübt wurde. Der HF versucht nun den Hund auf die "vermisste Person" (Helfer) aufmerksam zu machen mit dem Kommando "Wo isch de Maa?", solange, bis der Hund richtig neugierig ist. Ist der Hund "trieblich geladen", spricht der HF etwas lauter "Wo isch de Maa?", so dass der Helfer dies ebenfalls hören kann. Das ist für den Helfer das Zeichen, den Hund nun 2-3 mal zu rufen. Der Helfer sitzt oder liegt hinter einem Baum oder einem Gebüsch. Der Hund sollte ihn nicht gleich sehen. Der HF fordert nun seinen Hund auf "Suech de Maa". Der Helfer wartet, bis der Hund bei ihm ist und spricht anfangs nichts mit dem Hund. Erwünscht wäre, wenn der Hund mit der Nase den Helfer untersuchen würde, um ev.nach der erhofften Belohnung zu suchen. Ist dies der Fall, so kann der Helfer den Hund loben und belohnen. Der HF ruft nun den Hund retour und lobt ihn ebenfalls. Auch hier wieder beidseitiges Üben auf verschiedene Distanzen.

4. Schritt: Anzeigen mit Bringsel

Das Bringsel ist ein kleiner Apportiergegenstand, der mit einem Karabinerhaken am Halsband befestigt werden kann. Mit dem Bringsel zeigt der Hund in einer späteren Ausbildungsstufe dem HF an, dass er die "verletzte" Person gefunden hat. Wir setzen voraus, dass der Hund das Apportieren des Bringsels bereits beherrscht, da man ihn schon vorher spielerisch mit diesem Gegenstand vertraut gemacht hat. Klappt dies und apportiert der Hund das Bringsel, kann folgendermassen weitergeübt werden: Auf dem Ausgangspunkt übergibt oder wirft der HF das Bringsel dem Helfer zu und zwar so, dass der Vorgang vom Hund genau beobachtet werden kann. Der Helfer zeigt dem Hund das Bringsel und verschwindet anschliessend im Wald. Er entfernt sich ca. 50 m von HF und Hund und setzt sich auf den Boden.Das Bringsel hält er in der Hand. Der HF schickt nun seinen Hund mit dem Kommando "Suech de Maa". Nun muss er seinen Hund genau beobachten. Ist der Hund beim Helfer, so streckt dieser dem Hund das Bringsel hin. Vom HF kommt sofort das Kommando "Apport". Wegen dem Ausbleiben der Belohnung will der Hund ev. nicht sofort zum HF zurück, deshalb hat das Kommando "Apport" sofort zu erfolgen. Bringt der Hund dem HF das Bringsel, fordert dieser mit dem Kommando "Zeig de Maa" den Hund auf, den Helfer nochmals aufzusuchen. Kommen nun HF und Hund zum Helfer, so hat der Hund bei diesem Platz zu machen. Der HF hilft dem Helfer beim Aufstehen. Danach kann der Hund - nach erfolgtem Kommando "Sitz" - zum Helfer gehen und erhält dort von ihm die sehnlichst erwartete Belohnung. Wenn diese Übung einwandfrei klappt, können die Distanzen beidseitig vergrössert werden. Auch soll auf dieser Ausbildungsstufe wenn möglich mit Personen geübt werden, die der Hund nicht so gut kennt oder die sogar fremd für ihn sind. Wird er wie üblich von den Helfern belohnt, bleibt der Kontakt auch zu Fremdpersonen bestehen.

5. Schritt: das Einführen von Leerschlägen

Beim Ausarbeiten eines ganzen Sani-Reviers wird der Hund meist hin- und zurückrennen müssen, ohne auf eine gesuchte Person zu stossen. Dies nennt man Leerschläge. Damit der Hund merkt, dass er seine Arbeit trotzdem richtig gemacht hat, müssen solche Leerschläge geübt werden. Leerschläge sind schwierig, weil sie für den Hund wenig motivierend sind. Der Helfer versteckt sich im Wald. Der HF ist mit dem Hund auf dem Ausgangspunkt. Der Helfer hat das Bringsel auf dem Knie, sofern er sitzt, oder auf dem Rücken, falls er liegt. Der HF schickt nun seinen Hund zuerst in die andere Richtung (Leerschlag), ruft ihn zurück und schickt ihn nun in die Richtung des Helfers mit dem Kommando "Suech de Maa". Hat der Hund den Figuranten (Hilfsperson) gefunden, muss er das Bringsel selbständig aufnehmen und dem HF überbringen. Das ist für den HF das Zeichen, dass sein Hund die "verletzte" Person gefunden hat. Der Hund bringt den HF zum Figuranten. Dort erhält er vom Helfer die Belohnung. Die Belohnung kommt immer vom Helfer.

6. Schritt: Suchen nach Gegenstand

Genau wie bei Schritt fünf, jedoch mit 2-3 Personen und einem gut verwitterten Gegenstand. (Rucksack oder Jacke etc.). Bei den Personen und dem Gegenstand ist das Bringsel so zu legen, dass der Hund ganz nahe an das Objekt muss. Der Gegenstand ist anfangs unter Kontrolle zu halten, damit das Kommando "Apport" im richtigen Moment erfolgen kann, (falls nötig). Die Personen und der Gegenstand sind dann auf normale Reviergrösse auszulegen. Die Belohnung beim Gegenstand ist ebenso wichtig wie bei den Personen. Der HF hat vor der Arbeit die Belohnung im Gegenstand zu verstauen, und wenn der Hund diesen anzeigt, erfolgt die Belohnung aus diesem Gegenstand.

7. Schritt: Der Hund trägt das Bringsel bei sich

Jetzt wird dem Hund das Bringsel am Halsband befestigt. Das Bringsel soll vorne an der Brust hängen und nicht zwischen den Vorderläufen. Auf das Kommando "Apport Bringsel" soll der Hund das Bringsel in den Fang nehmen. Dies muss einige Male geübt werden. Wenn nun der Hund zu einer Person kommt, so sucht er nach dem Bringsel. In diesem Moment kommt das Kommando "Apport Bringsel" vom HF. So lernt der Hund, mit der Apportierarbeit das Zeigen richtig auszuführen. Belohnt wird der Hund durch den Helfer. Der Helfer sollte bei dieser Phase nicht mit dem Hund sprechen, da der Hund sich sonst nicht gerne löst, was nicht wünschenswert ist. Wenn die Schritte 1-6 richtig und genügend oft geübt wurden, sollte auch Schritt 7 vom Hund sehr schnell kapiert werden.

8. Schritt: Prüfungsmässiges Sani-Revieren

Nun sollte der Hund soweit sein, dass er nach PO (Prüfungsordnung) Sani-Revieren kann. Personen und Gegenstände sind jetzt so auszulegen, dass sie vom HF nicht mehr überblickbar sind. Das Revier wird nach PO-Grösse geübt: Stufe 1: 120 m x 200 m, Stufe 2: 120 m x 300 m, Stufe 3: 120 m x 400 m. Alles nach PO ausführen. Die Belohnung kommt einmal vom HF, einmal vom Helfer. Systematische Querschläge nach rechts und links.

9. Schritt: Abwechslung schaffen

Verschiedene Reviere üben, d.h. diverse Gelände benützen. Reviere vergrössern in der Länge und seitlich über PO Distanzen üben. Personen und Gegenstände so auslegen, dass längere Zeit kein Erfolg eintritt. Die Übung sollte jedoch immer mit Erfolg, d.h. mit dem Finden einer "verletzten" Person, abgeschlossen werden. Wichtig ist, immer die selben Kommandi zu benutzen. Ob jemand "Revier Apport" oder "Suech de Maa" sagt, ist eigentlich egal, aber für den Hund sollten immer die gleichen Kommandi gelten.

Verschiedene Ausbildungsmethoden möglich

Ich habe nun versucht, den Aufbau eines Sanitätshundes darzustellen. Aber wie anfangs erwähnt, gibt es dazu diverse Methoden zur Ausbildung. Es wäre lehrreich und interessant, auch andere Methoden und Tips kennenzulernen. Wenn jemand aus der Leserschaft gute Tips oder Methoden hat, wäre es sicher interessant auch diese Ansichten zu hören.

Meine persönlichen Erfahrungen

Die Ausbildung mit meinem Ulan ist nun ein wenig ins Stocken geraten. Trotz Halteübungen mit dem Bringsel, lässt er es meistens auf halbem Weg fallen und rennt dann sofort zur "vermissten" Person und macht Platz. Vielleicht hätte da jemand einen guten Tip wie diese Untugend ausgemerzt werden könnte. Mein Ziel, im Herbst '96 eine Sani I-Prüfung zu machen, musste ich auf dieses Jahr verschieben.

Viel Training nötig

Wie man sieht, ist es ein rechtes Stück Arbeit, denn neben dem eigentlichen Sanitätlen müssen immer auch alle anderen Disziplinen geübt werden. Man braucht viel Zeit und vor allem Geduld, bis ein Hund prüfungsreif ist. Schon oft dachte man, es endlich geschafft zu haben, und dann gibt es wieder Rückschläge und man muss bei diversen Arbeiten wieder fast von vorne anfangen.

  20.9.02Sanitätshund /Coco   Nina  
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