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02.07.02 -- Siggi Kuipers

Halter wollen................














Halter wollen Kampfhunde-Verordnung kippen

http://www.welt.de/daten/2002/07/01/0701hh341753.htx
Musterprozess vor dem Bundesverwaltungsgericht. Kieler Verhaltensforscherin:
Tiere haben guten Charakter
Von Ira von Mellenthin
Kiel/Hamburg - Mit neuen Untersuchungsergebnissen über die Gefährlichkeit
bestimmter Rassen wollen Hundehalter-Organisationen am Mittwoch in Berlin im
Rahmen eines Musterprozesses die bundesweit eingeführten
Kampfhunde-Verordnungen zu Fall bringen. Wie der "Spiegel" in seiner neuen
Ausgabe berichtet, berufen sich die Halter dabei auf die Ergebnisse der für
Kampfhunde amtlich vorgeschriebenen Aggressions- und Wesenstests, denen sich
Rassen wie etwa American Staffordshire und Pitbull Terrier sowie Kreuzungen
daraus stellen müssen.

Als Beleg für die Ungefährlichkeit dieser Rassen führen die Hundehalter dem
"Spiegel" zufolge auch Untersuchungen der Kieler Verhaltensforscherin Dorit
Feddersen-Petersen an, die die maßgeblich von ihr entwickelten Wesenstest an
219 gefährlichen Hunden der Kategorie 1 durchführte. Danach sei bei fast
allen der untersuchten Tiere der Charakter mit "exzellent bis gut" bewertet
worden. Lediglich ein Hund wurde als "verhaltensauffällig" eingestuft.

Ebenfalls als Beispiel gegen die Gefährlichkeit von so genannten Kampfhunden
wollten die Prozessführer das Ergebnis der Untersuchung mehrerer hundert als
gefährlich geltender Hunde an der Tierärztlichen Hochschule Hannover nennen.
Aus diesen Prüfungen geht nach Angaben des Leiters des Instituts für
Tierschutz und Verhalten, Hansjoachim Hackbarth, hervor, dass die
Kampfhunderassen "eindeutig nicht das große Gefahrenpotenzial darstellen".
So bereiteten Tiere, die nicht als so genannte Kampfhunde geführt würden,
etwa Rottweiler und Dobermänner, deutlich größere Probleme.

Dies bestätigt auch Wolfgang Poggendorf, Geschäftsführer des Hamburger
Tierheims in der Süderstraße. Schäferhunde, Rottweiler, Dobermänner wie auch
Riesenschnauzer und Kreuzungen aus diesen Rassen müssten künftig wie die
Kampfhunde Wesenstests unterzogen werden, forderte er am Sonntag gegenüber
der WELT. Weiter sollten auch Halter dieser Rassen wegen der potenziellen
Gefährlichkeit und massiven Folgen von Beißunfällen Sachkundenachweise
erbringen sowie eine Zwangshaftpflicht ablegen müssen.

Eine Katalogisierung zusätzlicher Rassen lehnt Poggendorf jedoch ab. "Ich
bin überzeugt, dass sich Rasselisten auf Dauer nicht halten lassen und vor
Gericht keinen Bestand haben werden", sagte er. Dennoch hätten die nach der
tödlichen Kampfhundattacke auf den damals siebenjährigen türkischen Volkan
im Sommer 2000 eingeführten Hundeverordnungen ihren Sinn gehabt. So hätten
sich auf Grund der Verordnung in Hamburg rund 600 Kampfhunde dem Wesenstest
stellen müssen. 90 davon hätten die Tests nicht bestanden. "Das hat die
Sicherheit auf Hamburgs Straßen und Plätzen in jedem Fall verbessert", so
der Tierheim-Chef. Umso erforderlicher seien jedoch neue Vorschriften, die
die potenzielle Gefahr, die von Rottweilern, Schäferhunden, Dobermännern und
Riesenschnauzern ausgehe, zu minimieren.

Nach der Auflösung der Harburger Hundehalle warten unterdessen im Tierheim
Süderstraße und einer Pension vor den Toren der Stadt 57
Kategorie-I-Kampfhunde auf eine Entscheidung über ihre Zukunft. Diese Tiere
seien ihren Haltern entzogen worden, so Poggendorf. Einem Wesenstest sollten
diese Tiere jedoch erst unterzogen werden, wenn die Rechtsverfahren
abgeschlossen seien.

Die Hamburger Regierungskoalition hat derweil ihren Streit um den künftigen
Umgang mit Kampfhunden auf den Spätsommer vertagt. Die Kampfhundeexperten
von CDU, Partei Rechtsstaatlicher Offensive und FDP hätten sich jetzt auf
ein erneutes Treffen des überfraktionellen Arbeitskreises Tierschutz Mitte
August geeinigt. Dann solle erneut versucht werden, eine einheitliche Linie
zu finden, erklärte der CDU-Abgeordnete Jürgen Klimke am Sonntag gegenüber
der WELT.

Wie berichtet erwägen CDU und Schill-Partei derzeit mehrheitlich, die
Hamburger Kampfhundeverordnung zu erweitern und auf potenziell gefährliche
Rassen wie etwa Rottweiler, Dobermänner, Schäferhunde und Kreuzungen aus
diesen Rassen unter Einstufung nach Größe, Gewicht und Auswirkung von Bissen
zu erweitern. Die FDP und einzelne Mitglieder der Schill-Fraktion fordern
dagegen die Abschaffung der Rasselisten zu Gunsten einer Einstufung nach
individueller Gefährlichkeit.
  2.7.02Halter wollen................   Siggi Kuipers  


 
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