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13.09.99 -- Dr. Bernd A. Weil

Zu Besuch bei Kommissar Rex, Beethoven und Schweinchen Babe

Als meine Frau Jutta und ich im Juli 1999 Karl Lewis Miller und seine Tochter Teresa Ann in Arleta (Los Angeles) besuchten, erfuhren wir viele bisher unbekannte Details über sie und ihre "Filmstars" Kommissar Rex, Beethoven und Schweinchen Babe. Der 1941 in New York geborene Karl Miller von "Animal Action" empfing uns in seinem Haus im Norden von Los Angeles und berichtete in einem mehrstündigen Gespräch mit Begeisterung von seinen zahlreichen Erfolgen als Trainer von Filmtieren in den letzten drei Jahrzehnten.

Bereits im Jahr 1958 meldete sich der 17jährige Militärpolizist Miller als freiwilliger Doghandler zu einer Hundestaffel der US Air Force. Karl, der nie Tierpsychologie studiert hat, fiel seinen Vor-gesetzten sehr schnell positiv auf, weil er den am besten trainierten Deutschen Schäferhund hatte, weswegen man ihn für Publicityzwecke (zum Beispiel bei Paraden) einsetzte. Bis 1961 war er bei der amerikanischen Luftwaffe als professioneller Hundetrainer erfolgreich tätig.

Nachdem Karl Miller 1961 das Militär verlassen hatte, trainierte er Problemhunde von Privatpersonen. - Nach zwei vergeblichen Jahren des "Klinkenputzens" (1962 und 1963), um als Hundetrainer im Filmgeschäft Fuß zu fassen, traf Karl in Hollywood den Trainer des berühmten Filmhundes "Benji", Frank Inn, wurde bei ihm Tierpfleger und wegen seines Talents schon bald zum Film-Tiertrainer ausgebildet.

1964 erhielt er seine erste Arbeit mit Schäferhunden für eine Fernsehserie. Seine Begabung überzeugte die Filmemacher derart, daß Karl als Spezialist für Deutsche Schäferhunde und Dobermanns zwischen 1964 und 1978 die meisten TV-Serien und zahlreiche Werbespots mit Hunden betreute. Besonders gefragt waren damals blutige Gewalt- und Kampfszenen, die er mit seinen aggressiv erscheinenden Hunden simulierte, ohne daß dabei natürlich auch nur ein Tropfen Blut geflossen wäre (so zum Beispiel über neun Jahre lang in der Serie "The Doberman Gang" und in dem Spielfilm "The Pack"). - Weil aber Hunde nicht immer arbeiten wollen, begann er, auch Katzen zu trainieren, um stärker ausgelastet zu sein.

Im Jahr 1978 gründete Karl Miller seine Firma "Accurate Animal Action", ließ jedoch bald das erste Wort in seiner Firmenbezeichnung fallen, weil Tiere keineswegs immer "akkurat" arbeiten. 1984 trainierte er die Hunde für den Goldrausch-Film "Klondike-Fieber" nach Jack London. - Bereits mit 19 Jahren assistierte die 1965 geborene Tochter Teresa Ann ihrem Vater bei dem Stephen-King-Film "Cats Eye" (1984), in dem die Welt aus der Perspektive einer Katze dargestellt wird.

Im Jahr 1985 versuchte Karl zum ersten Mal, ein Schwein zu trainieren (aber noch nicht das später so berühmte Schweinchen "Babe"), was sich als recht schwierig herausstellte. - 1988 arbeitete er mit dem klugen Deutschen Schäferhund Rando in dem erfolgreichen Spielfilm "Mein Partner mit der kalten Schnauze" ("Canine") mit James Belushi als abgebrühtem Cop, wobei ihm wiederum seine Tochter Teresa Ann assistierte. Bei den Dreharbeiten zeigte Karl einem australischen Kameramann ein Videoband mit seinen Tricks mit einem Schwein.

Zu seiner Überraschung erhielt Karl drei Jahre später (1991) einen Anruf aus Australien, um "Schweinchen Babe" zu trainieren. Zur gleichen Zeit arbeitete er an dem Film "Ein Hund namens Beethoven" (1991) mit dem Bernhardiner Kris. - Für den Kinofilm "Ein Schweinchen namens Babe", eine aufwendige australische Produktion, die 1995 in Deutschlands Kinos zum Riesenhit wurde, fütterten, pflegten und trainierten Karl und Teresa ein kleines Schwein zwei Wochen lang Tag und Nacht in ihrem Haus in Arleta. 62 Helfer waren nötig, um die insgesamt 900 (!) Tiere zu betreuen: 48 Schweine übernahmen den Part von einem Schwein, 40 Mäuse stellten drei dar, und drei Katzen spielten eine. Außerdem kamen 600 Schafe, einige Enten, eine Kuh und viele andere Tiere zum Einsatz. (Zum Vergleich dazu waren später für "Kommissar Rex" lediglich ein Schäferhund, eine Trainerin und eine Helferin nötig.) - Inzwischen wurde auch die Fortsetzung "Schweinchen Babe in der großen Stadt" zum Kassenknüller der Kinos.

Karl Miller trainierte 1992 die Hunde für ein Remake der Jack-London-Verfilmung "Ruf der Wildnis" ("Call of the Wild"). - Später folgte der Spielfilm "Eine Familie namens Beethoven".

Weil Karl zu sehr beschäftigt war, schickte er 1993 seine Tochter Teresa Ann, die auch für die Serie "Baywatch" mit David Hasselhoff arbeitete, und die Co-Trainerin Gayle Phelps nach Wien, um mit dem Schäferhund Reginald von Ravenhorst "Kommissar Rex" mit Tobias Moretti (alias "Richie Moser") zu produzieren, eine Serie, die im Herbst 1994 in SAT 1 mit großem Erfolg startete. (Die Co-Trainerin Gayle Phelps hat später übrigens den vierbeinigen Gefährten von Kevin Kostner in "Der mit dem Wolf tanzt" ausgebildet.)

Im November 1998 stellten die Millers - zehn Jahre nach Teil 1 - den zweiten Teil des Spielfilms "Mein Partner mit der kalten Schnauze" mit James Belushi fertig, der in Europa noch nicht zu sehen ist. - Im Juli 1999 wurde die fünfte Staffel von "Kommissar Rex" abgedreht; die sechste wird im Oktober 1999 begonnen. - Zur Zeit unseres Besuchs (Juli 1999) arbeiteten Karl und Teresa Ann an "Ein Hund namens Beethoven" (Teil 3). Daneben hoffen sie für das Jahr 2000, den Kinofilm "Rex" produzieren zu können.

Karl Miller, der keine eigenen Tiere züchtet und niemals Gewaltmittel beim Training einsetzt, hält unter allen reinrassigen Hunden den Deutschen Schäferhund für den lernfähigsten, den man wegen seiner drei Fellschichten durchaus im sonnigen Kalifornien trainieren und anschließend in der Kälte Alaskas oder Sibiriens problemlos einsetzen könne. Hundemischlinge hätten dagegen oftmals den Vorteil, daß sie die natürlichen Anlagen der Kreuzungen in sich vereinigten (Beispiel "Benji" von Frank Inn).

Obwohl viele Hunde im Film aggressiv agieren müssen, sind sie laut Miller doch die einzigen Tiere, die von Geburt an die Gemeinschaft mit dem Menschen suchen. Den Dobermann hält Karl allerdings nicht für einen Familien- oder Haushund, da er bei alltäglichen Streitigkeiten oder Auseinandersetzungen unvermittelt Partei ergreift und dadurch aggressiv werden kann (was leider zahlreiche Beispiele belegen).

Die Trainer von "Animal Action" behalten die Tiere nach Beendigung einer Produktion bei sich, und ein Teil der Filmgage wird für die Altersversorgung der Vierbeiner zurückgelegt. Obwohl Karl Lewis und Teresa Ann Miller vom sanften Training ihrer Tiere völlig in Anspruch genommen werden, blieb ihnen dennoch die Zeit, ein Videoband und ein Buch über ihre interessante Arbeit zu erstellen, die beide zu Verkaufsschlagern wurden: von Teresa A. Miller (Video: 1995; Buch: 1996).

Das Interview führte Dr. Bernd A. Weil .

 

+ + + Bücher + + +

Kommissar Rex. Hundetraining mit 'Kommissar Rex'. 
Teresa A. Miller
S & L MedienContor, Hbg, 1996



Hollywood-Startrainerin Teresa A. Miller zeigt Ihnen gemeinsam mit TV-Superstar REX die besten Tricks für ein erfolgreiches Hundetraining. Trainer Miller, die in der berühmten Dressurschule "Animal Farm" Tiere für TV- und Filmproduktion wie "Ein Hund namens Beethoven" und "Baywatch" ausgebildet hat, gibt ihr Wissen leichtverständlich, unterhaltsam und mit vielen praktischen Tips weiter
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Lassie, Rex und Co. Der Schlüssel zur erfolgreichen Hundeerziehung 
Felicia Rehage
Kynos Vlg., Mürlenbach, 1999
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