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15.09.07 -- Gudrun_Beck

Luchsbegegnung oder: Schlafende Luchse soll Hund nicht wecken

Ausgewachsener Luchs - er wars nicht

 














Freitag, 14. Sept. kurz vor 12 Uhr Mittag war ich bei strahlend schönem Wetter mit 3 Collie-Hündinnen auf dem Forstweg zwischen Clausthal-Zellerfeld-Waldweben und Wildemann unterwegs. Etwa 30 m vor Beginn des Johanneser-Grabens nahm ich die Hundeleinen auf ca. 1 m kurz, weil der Weg dort hinunter ein starkes Gefälle hat und ich auf diesem Abschnitt auf keinen Fall gezogen werden möchte. Unmittelbar danach, im kurz angeleinten Zustand, hüpfte meine 3-Jährige plötzlich seitlich neben mich ins Gebüsch, als hätte ein Mäuslein geraschelt, während die anderen beiden vor mir her gingen. Im nächsten Moment langte eine Pranke nach ihrem Gesicht, um ihr eine Watsche zu erteilen! Ich erkannte einen Luchs, der unmittelbar neben dem Weg, nur durch wenige Zweige getarnt, offenbar geruht oder auf der Lauer gelegen hatte. Meine 3-Jährige konnte gerade noch ihre vorwitzige Nase zurückziehen, um der Ohrfeige zu entkommen. Der Luchs erhob sich einen halben Meter neben mir und schaute mir einen Moment lang aus allernächster Nähe ins Gesicht. Eine Ohrmarke hatte er nicht. Offenbar durch den Rückwärtsgang der weiter zurückweichenden Hündin zum Beutegreifen motiviert, hüpfte er ihr nach, holte mit der anderen Pranke aus. Jetzt preschten aber die größeren Schwestern der neugierigen Hündin ihm angriffslustig entgegen. Offenbar wollten sie sich die freche Katze greifen, setzten zum Doppelsprung auf das Gesicht des Luchses an. Ich hatte es bis dahin geschafft, einen Schritt beiseite zu treten. So konnte ich gerade noch meine drei zurückreißen, um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen. Dem Luchs wurde es jetzt zuviel. Grummelnd kreuzte er mit wenigen Galoppsprüngen die Fahrbahn, stoppte kurz am Wegesrand, schaute sich noch einmal nach uns um. Nein, er hatte wirklich keine Ohrmarke! Er verschwandt in ruhigem Trab auf der anderen Seite in den Wald. Sie hätten den Luchs gerne verfolgt, was ich dank der Leinen jedoch gut verhindern konnte. Offenbar haben wir hier einen in freier Wildbahn geborenen Jungluchs getroffen. Die Katze hatte schon gut 68 cm Schulterhöhe, war grau-braun ohne auffällige Fleckung, sehr schlank mit einer parallel zur Rückenlinie verlaufenden Bauchlinie, hatte noch kurze Pinsel an den Ohren und noch keinen Backenbart. Mich überraschte, dass meine sonst so bellfreudigen Collies die ganze Zeit keinen Ton hervorbrachten. Ihnen hatte es offenbar, wie mir auch, regelrecht die Sprache verschlagen.

Viele Grüße aus dem trotzdem wunderschönen, wild-romantischen Harz

Gudrun
  15.9.07Luchsbegegnung oder: Schlafende Luchse soll Hund nicht wecken   Gudrun_Beck  
  17.9.07RE: 1 Claudia+KY  
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  19.9.07RE: 3 Gudrun_Beck  
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