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06.05.02 -- Claudi + Loulou

Sie könnten den KÜRZEREN ziehen














Holla hab den Artikel in einer Hundezeitschrift gelesen und dachte ich setz es mal hier rein:

Der Rüde zieht drohend die Lefzen hoch.
Seine respekteinflößenden Zähne blitzen weiss aus dem beachtlichen Maul hervor.
Aus der Tiefe seiner Kehle dringt ein bedrohliches Knurren.
Von einer Sekunde auf die andere ist aus einem fröhlichen Spiel bitterer Ernst geworden.
Der dominant veranlagte Vierbeiner hat plötzlich von ausgelassen auf aggressiv "umgeschaltet" - ganz ohne erkenntliche Vorwarnung.

Seinem Besitzer wird mulmig zumute. So hat er seinen Freizeitkameraden noch nie zuvor gesehen.
Nun gut der Rüde ist erst 10 Monate alt.
Vielleicht versucht er seine Grenzen auszutesten und eine Sprosse der hierarchischen Leiter zu erklimmen.
Der entschlossene Hundebesitzer nimmt sich entschlossen ein Herz und greift abermals nach dem Spielzeug, das der stattliche Hund keck zwischen den Zähnen hält und anscheinend nicht mehr rausrücken möchte.
Das Knurren wird lauter und noch bedrohlicher.
Der Kopf des Hundes ist gesenkt, sein Nacken steif und sein gesamter Körper scheint auf eine bevorstehende Konfrontation eingestellt zu sein.
Das ist dem geplagten Hundehalter zuviel.
Er dreht sich auf dem Absatz um und geht einfach weg.

GUT reagiert!

Mit Dominanz-Protzen wird nicht gespielt

Der Hundehalter hat sich intuitiv genau richtig verhalten.
Er hat dem dreisten Vierbeiner unmissverständlich signalisiert, dass er nicht dazu bereit ist, unter den gegebenen Umständen mit ihm zu spielen.
Ein frecher Dominanz-Protz hat es nicht verdient, dass man mit ihm spielt.
Aus Sicht des Hundes handelt es sich hier KEINESFALLS um einen feigen Rückzug - diese Annahme wäre sicherlich eher menschlicher Natur.
Für den Hund sieht es vielmehr so aus, als distanziere sich die Bezugsperson plötzlich und das löst beim Rudeltier
tiefste Verunsicherung aus.
Schliesslich beabsichtigt der vorlaute Jungrüde nicht, in die Verbannung geschickt zu werden.
Er wollte nur einmal zeigen das er auftrumpfen kann.

Nicht verharmlosen!

Auch wenn die beschriebene Situation sicherlich kein Grund ist, gleich in helle Panik zu verfallen und bereits die Trennung vom geliebten Vierbeiner anzuviesieren, darf Dominanzverhalten nicht verharmlost werden.
Im schlimmsten Fall könnte sich die dominate Tendenz des Hundes fortsetzen und mit der Zeit soweit steigern, dass es zu einem massiven Angriff kommt.
Dem muss natürlich mit aller Vehemenz vorgebeugt werden.

~ Welpen und Junghunde testen mit spielerischem Knurren ihre Grenzen aus. Geht der Vierbeiner zu weit, beendet man das Spiel umgehend und wendet sich ab ~

Lassen sie einen Fachmann ran

Wie das individuelle erzieherische Vorgehen auszusehen hat, hängt nicht zuletzt von der Erfahrung und Kompetenz des Hundehalters ab.
Verfügt er über keinerlei Erfahrungswerte im Umgang mit dominanten Vierbeinern, ist auf jeden Fall anzuraten, einen Fachmann aufzusuchen.
Ein guter Hundetrainer kann geplagten Mitmenschen auch in brisanten Situationen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Meistens ist es sinnvoll, wenn Hund und Halter unter Anleitung eines Ausbildungs-Profis ihren Problemen auf den Grund gehen und einen respektvollen Umgang miteinander erlernen.

Kein Machtkampf

Sie würdem ihren Hund einfach "eine auf den Deckel geben" wenn er sie bedroht?
Das kann unter Umständen glimplich abgehen, aber genausogut zu einer Eskalation der bereits schwelenden Aggressionsbereitschaft führen.
Die Folgen hiervon sind unter Umständen unausdenkbar, weshalb von diesem Verhalten nur nachdrücklich abgeraten werden kann.
Ausserdem lösen Übergriffe vonseiten des Hundehalters in der Regel keine tief sitzende Konflikte sondern verschlimmern sie womöglich noch.
Wenn der Hund seinem Besitzer die Zähne zeigt, besteht schon ein Rangordungsproblem.
Der Vierbeiner glaubt aus irgendwelchen Gründen, seine Bezugsperson unterordnen zu können und genau an diesem Punkt muss ein erzieherischer Eingriff ansetzen.
Die Ursachen für den plötzlichen Dominanzschub können vielfältig sein.
Oft hat der heranwachsende Vierbeiner bei seinem Besitzer vermeintliche Schwächen erkannt, die durch Inkonzequenz und Nachlässigkeit innerhalb der Erziehung entstehen können. Auch die einsetzende Geschlechtsreife führt bei manchen Hunden zu veränderten Verhaltensweisen. Gerade Rüden wollen sich in dieser Zeit beweisen, weil sie sich ihrer Manneskraft bewusst werden.

Der feine Unterschied

Es gibt allerdings noch einen kleinen feinen Unterschied, den Hundehalter erkennen können sollten.
Beim ausgelassenen Spiel mit dem Vierbeiner lässt sich recht häufig Knurren vernehmen.
Spielerisches Knurren ist nach Ansicht vieler Hundetrainer kein Fehlverhalten, das es umgehend zu ahnden gilt.
Schlägt die übermütige Lautäusserung jedoch in Drohverhalten um, müssen dringend andere Seiten aufgezogen werden.
Woran erkennt man den Unterschied zwischen spielerischen und aggresivem Knurren?
(Wer seinen Vierbeiner gut kennt, wird zweifelsfrei umgehend realisieren, ob sein Haustier fröhlich oder aggressiv gestimmt ist)
Beim spielerischen Knurren macht der Hund keinen überzeugenden Eindruck.
Seine Körperhaltung ist locker , der Blick wirkt freundlich und er strahlt mit jeder Pore Aussgelassenheit aus.
Aggessionsverhalten ist hingegen durch typische Merkmale gekennzeichnet:
- Die Körperhaltung ist angespannt
- der Nackenbereich wirkt versteift
- der Vierbeiner sucht direkten Blickkontakt
- eventuell sind die Nackenhaare gesträubt
- der Hund schnappt nach der Hand seines Besitzers

Wenn sie diese gefährlichen Anzeichen beobachten, lassen sie sofort von ihrem Hund ab und stellen das Spiel ein.
vermeiden sie jeglichen Machtkampf und wenden sie sich an einen erfahrenen Ausbilder. Autorin Irma Weidner


Wir hatten bei Loulou auch mal ein Dominanzproblem, jeder Hundebsitzer macht das mal durch, einer weniger ein anderer mehr.
Ich hatte ein anderthalb stündiges Gespräch mit einer Hundetrainerin und da zeigte sich, das wir keinen bösen Hund haben, sondern nur das wir keinen Plan hatten in unserem Verhalten gegenüber eines Welpen der erwachsen wird.
Man ist nie zu alt zum dazulernen und es war ein nettes Gespräch mit dieser Hundetrainerin (es fehlte nur Kaffee und Kuchen *g*) also nix wovor man sich fürchten muss.

Grüssle
Claudi+Loulou
  6.5.02Sie könnten den KÜRZEREN ziehen   Claudi + Loulou  
  6.5.02RE: 1 Drux  
  6.5.02RE: 2 Claudi + Loulou  
  8.5.02RE: 3 Carmen  
  8.5.02RE: 4 Claudi + Loulou  
  20.5.02RE: 5 Heike H.  


 
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