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06.03.01 --
Volker B.
RE: Der grauvolle Tod, eines Staffs !!!!
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Hallo, Melanie!
Da Du Dich schon so engangiert als Insiderin zu erkennen gibst hätte ich gehofft etwas differenzierte Betrachtungen aus dieser Quelle zu bekommen.
Du hast sicher Recht wenn Du feststellst, daß niemand Näheres über den Hergang des Polizeieinsatzes gegen den angeblich aggresiven, außer Kontrolle geratenen Hund weiß. Aber die wenigen bekannten Aspekte des Hergangs lassen doch schon vermuten, daß hier alle zweibeinigen Beteiligten mindestens überfordert, wenn nicht gar voreingenommen feindseelig gegen den Staff waren.
Du schreibst, daß Dir die Aussagen der Presse gleichgültig sind. Aber meinst Du, daß diese Meinungsmache auch an den Kollegen im aktiven Dienst, die vielleicht selbst keinen Hund halten, auch so ohne Wirkung auf den Berufsaltag abperlt? Kannst Du Dir nicht vorstellen, daß die Beamten, die zuerst am Ort des Geschehens eintrafen, auf die sicher nicht in entspannter Sachlichkeit vorgetragenen Anschuldigungen der Rentnerin mit ihren Kleinsthunden, vielleicht noch im Angesicht des aus irgendeinem Grund weiter wild erregt herumhampelnden Bullterriers überreagiert haben?
Eine Untersuchung der »Vereinigung Kritischer Polizisten« (Name der »Gegengewerkschaft« der Polizei ist aus der Erinnerung geschrieben und vielleicht nicht ganz korrekt) von vor einigen Jahren hat ergeben, daß Polizisten im Vergleich zur Gesamtbevölkerung politisch eher rechts stehen, also im Durchschnitt der Zeitung mit den 4 Buchstaben näher stehen als z. B. der »TAZ«. Glaubst Du nicht, daß auch diese Tatsache sich in Fällen wie dem hier diskutierten auf die dienstlichen Handlungen der Beamter auswirkt?
Und wie ist es mit internen Dienstanweisungen? Kennst Du so etwas nicht? Hat es nie politisch motivierte Einsatzbefehle von den Dienstvorgesetzten gegeben, die bestimmte »Ergebnisse« eines Einsatz vorbestimmt haben? Ist es nicht vorstellbar, daß analog zur politischen Praxis die Polizisten angewiesen wurden in allen möglichen Fällen hart gegen auffällige Hunde vorzugehen?
Angesichts der noch vor Jahresfrist kaum vorstellbaren Änderung der Haltung von Legislative und Exekutive gegenüber der Hundehaltung im Allgemeinen, sowie speziell der Zugehörigen bestimmter Rassen im Besonderen ist glaube ich an Deine Adresse gerichtet etwas mehr Fantasie nötig, um die Abgründe, die sich bei Polizeieinsätzen gegen Hunde auftun KÖNNEN, nicht MÜSSEN, richtig zu beurteilen.
Es ist löblich und nachvollziehbar wie Du Dich verteidigst und vor die Kollegen stellst. Es wird nach meiner Einschätzung aber der veränderten gesellschaftlichen Situation im Jahr 2001 nicht mehr gerecht.
Gruß, Volker B.
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