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11.07.01 -- Claudia Seidel

RE: Begegnung mit Rottweiler, hätte gern eure Meinung..














Hallo Elke,

raten kannst du deiner Kollegin höchstens eine Hundeschule oder etwas in der Art aufzusuchen, und zwar am besten vorgestern schon. Der Hund wird oder ist ja gerade erst erwachsen (im Kopf) und hat sicher schon einigen Erfolg damit gehabt, fremde Leute zu 'erschrecken', von daher würde ich einen Bogen um ihn machen. Ich finde so etwas jammerschade, ein Rottweiler ist ein supersensibler Hund, der auf Strafen und Ungerechtigkeiten gerade in den ersten 2 Jahren sehr empfindlich reagiert, und trotzdem sehr konsequent erzogen werden muß. Leider gelingt diese Gratwanderung nicht allen Rottibesitzern :-(
Wenn ein Halter wegen des kräftigen Äußeren die zarte Seele übergeht, oder aber umgekehrt in wichtigen Situationen zu nachgiebig ist, werden immer Probleme mit dem Hund auftauchen, die den Umgang mit ihm unmöglich machen können.
Wenn er dann aufgegeben und in ein Tierheim abgeschoben wird, bekommt er den letzten Knacks. Ich weiß, dass andere Rassen sich ähnlich verhalten würden, aber einen Rotti mit gestörter Seele unter Kontrolle zu bringen erfordert schon einiges mehr als beispielsweise bei einem Schäferhund oder Setter...
Ich bin die letzte, die den neuen HVO's irgendetwas positives abgewinnen kann, aber wenn die etwas 'entwerfen' würden, was einen Nachweis einer Qualifikation zur Haltung und Ausbildung bestimmter Rassen fordern würde... meine Unterschrift hätten sie. Einfach damit nicht weiter solche Hunde mal ein oder zwei Jahre 'ausprobiert' werden um sich derer dann zu entledigen und womöglich den nächsten gleicher Rasse zu versauen. Das haben die genauso wenig wie andere Rassen verdient, sie sind so, wie Mensch sie hingezüchtet hat. Dann soll Mensch sie gefälligst auch rassegerecht aufziehen, ausbilden und beschäftigen. Wenn daran kein Interesse besteht, kein Problem, es gibt genügend einfachere Hunde.
Diese meine Meinung soll nun kein Angriff auf deine Kollegin sein, ich kann nicht beurteilen, was sie bisher für die Erziehung ihres Hundes getan hat. Trotzdem kann ich nicht verhindern mich in kleines bißchen aufzuregen, denn es sind immer diese Rassen, sie sind immer 1,5 bis 2 Jahre alt und haben in dem jungen Alter dann eigentlich schon keine Chance mehr, wenn sie weitergegeben werden (wer nimmt schon so einen ausgewachsenen flegelhaften Hund?). Und wenn der Halter die Erziehung nicht in den Griff bekommt, den Hund aber auch nicht weggeben mag, dann wird der Hund über kurz oder lang von Amts wegen seinem Halter entzogen.
Ich kenne reichlich Rottibesitzer, denen man sagte: geh mit deinem Welpen doch mal auf einen Hundeplatz, das macht sogar Spaß dort. Meist bekommt man zur Antwort: wozu? Er ist soooo lieb, wir haben keine Schwierigkeiten mit ihm. Diese Leute sieht man im besten Fall doch mit ihrem Hund auf einem HP wenn der Hund um die 8-10 Monate oder ab 1,5 Jahre alt ist. Dann versucht der Halter dem großen, schweren, relativ selbstbewußten Tier irgendetwas beizubringen, was bei einem Welpen in noch handlicher Größe für beide Seiten viel einfacher gewesen wäre. Dazu hat der Hund sich mangels Führerlosigkeit auch noch Respekt und Angst seitens seiner Halter erarbeitet, was eine schlechte Basis für Erziehung ist.
Ups, nu bin ich aber reichlich abgeschweift.... ich wollte eigentlich erklären, dass so ein Verhalten nicht rottweilertypisch ist, aber Rottis gern das Zepter an sich nehmen, wenn es der Halter nicht tut. Tun Zwergpudel aber auch, nur bei denen lächeln die Leute, wenn sie Starallüren haben.

Gruß, Claudia


Thema: Begegnung mit Rottweiler, hätte gern eure Meinung..


 
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