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Hi Tanja,
wie schon gesagt, es gibt eine Menge verantwortungslose Hundehalter, die mit einer Beaufsichtigung einer Hündin scheinbar überfordert sind. Kann ich zwar nicht verstehen, aber das ist eben so. Insofern hast Du recht.
Allerdings lehne ich eine Pflichtkastration schlicht ab. Wäre dies Pflicht, würde ich meine Hündin eben illegal halten. In den Tierheimen sitzen auch viele Rassehunde. Ein Tier aus einer liebevollen Mischlingsaufzucht wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Besitzer und seiner Umwelt mehr Freude machen als eines aus der Massenvermehrung. Ich halte es auch für absolut bedenklich, Mischlinge verhindern zu wollen. Wenn nicht die Hündin sondern der Mensch über den Paarungspartner bestimmt, bleibt Mutter Natur außen vor. Und ob das gut ist? Fakt ist, daß die menschlichen Eingriffe Rassen hervorgebracht haben, die ohne menschliche Hilfe oft nicht existieren können. Wenn man die Hunde sich selbst überläßt, kommen meist mittelgroße "Dingomodelle" dabei raus, die von den Anlagen her echte Allrounder, aber keine Spezialisten sind. HD und zahlreiche andere Probleme sind in solchen Populationen nicht bekannt. Ich spreche hier nicht von einem Mischling, dessen Eltern Rassehunde waren. Da kann es gemeine Kombinationen geben (z.B. schwerer Körper mit zierlichen Gelenken). Ich meine beine Bastardisierung über mehrere Generationen. Solche Bastarde sind nach Generationen sich so ähnlich, daß eine neue "Rasse" entsteht. Beispiel Kanaan-Dog.
Meine Hunde kommen auch aus solchen unkontrollierten Straßenpopulationen. Daher habe ich auch eine gespaltene Einstellung zu Kastrationen in Südländern. die Praxis in Spanien, frisch kastrierte Hündinnen, noch schwankend von der Narkose, wieder auf ihre Müllhalde zu entlassen, halte ich für unverantwortlich. Sicherlich ist es notwendig, Streuner zahlenmäßig zu begrenzen. Allerdings sehe ich keinen Grund, sie schlechter zu behandeln als einen durchschnittlichen Familienhund.
Zur Kastration von Rüden habe ich übrigens eine entspanntere Einstellung. Der Eingriff ist keine große Bauchraum-OP und die Jungs können hinterher "Spaß ohne Reue" mit läufigen Hündinnen haben. In meiner Umgebung ist dies eine gängige Praxis. Ich lehne auch Tiere nicht ab, weil sie kastriert sind. Eine sympathische Hündin aus dem Tierheim würde ich nehmen, egal ob kastr. oder nicht. Nur ich selbst möchte nicht die Verantwortung für diesen Eingriff übernehmen.
Nebenbei: im Vergleich zu anderen Industrieländern hat Deutschland sehr wenig Hunde, bezogen auf die Einwohnerzahl. Hier: etwa 1 Hund auf 20 Menschen, USA/England 1 Hund auf 5 Menschen.
Liebe Grüße
Barbara + Imara
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